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Eva Dichand | Art Collector Interview

Die österreichische Medienmanagerin Eva Dichand teilt ihre Zeit und Leidenschaft zwischen Medien und Kunst: Die Geschäftsführerin und Herausgeberin der kostenlosen Tageszeitung Heute ist ebenso stellvertretende Vorsitzende des Albertina-Kuratoriums sowie Mitglied des Internationalen Rates des Metropolitan Museum. New York und des Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. Mit uns sprach sie über ihre zeitgenössische Kunstsammlung, die Wiener Kunstszene und ihre Meinung zu Quotensystemen.

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Eva Dichand und das Gemälde von Miriam Cahn. Courtesy: Eva Dichand.

Wie schaffen Sie es, ein erfolgreiches Geschäft zu führen und gleichzeitig eine Kunstsammlung auf sehr hohem Niveau zu betreiben – beides sind sehr zeitintensive Tätigkeiten?

Ich werde das oft gefragt. Wie alles im Leben hat es viel mit Selbstdisziplin zu tun. Man muss sehr strukturiert und organisiert sein und man braucht natürlich auch viel Hilfe. Sammeln ist für mich aber ein Vergnügen, etwas, das ich nur für mich selbst mache und bei dem mir egal ist, was andere Leute darüber denken.

Wie sind Sie zur Sammlerin geworden?

Wie viele SammlerInnen bin ich langsam hineingerutscht – man geht zu Ausstellungen, man mag bestimmte Sachen, man fängt an, ein paar Dinge zu kaufen …

Es geht viel um das soziale Netzwerk – je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Leute trifft man, die einem interessante Kunst zeigen, je mehr man sich damit beschäftigt, desto geschulter wird das Auge – und plötzlich ist man Sammlerin.

Wir sagen immer: “Man ist SammlerIn, wenn man keine Kunstwerke mehr aufhängen oder unterbringen kann”. Ich kenne viele SammlerInnen, die ihre Sammlungen mit Hilfe von KuratorInnen aufbauen, aber für mich macht es am meisten Spaß, alles selbst zu machen.

Das klingt tatsächlich sehr zeitaufwändig.

Wenn man erst einmal in einem Netzwerk ist, durch das man viele Menschen in der Kunstszene kennenlernt, erhält man großartige Möglichkeiten, Wissen und Informationen auszutauschen und – was am wichtigsten ist – Vorab Zugang zu Events zu erhalten, damit man nicht bei der Art Basel, zum Beispiel, auftaucht und alles, was man kaufen möchte, hat schon einen roten Sticker. Dies sind die Dinge, die, man im Laufe der Zeit lernt. Meiner Erfahrung nach braucht man mehr Zeit, je professioneller man sammelt. Das sind dann die Leute, die von der Art Basel nach London zur Frieze und dann zur Art Basel Miami reisen… Das ist der Teil, den ich nicht mag, ich denke, es muss ein Vergnügen und eine Leidenschaft bleiben. Wie alles im Leben, wo man Spitzenleistungen erzielt, hat Sammeln viel mit Leidenschaft zu tun.

Der Sammlung von Eva Dichand (v.link n.rechts):
Donna Huanca, Rudolf Polanzsky, Secundino Hernandez, Miriam Cahn.

Wie gelingt es Ihnen, nicht von dieser „Fear of Missing Out“ betroffen zu sein? Können Sie SammlerInnen einen Ratschlag für die psychische Gesundheit geben?

Als ich jünger war, habe ich viel mehr gearbeitet und dann kommt man zu einem Punkt, an dem man eine Entscheidung treffen muss – wenn man mehr sammeln will, braucht man mehr Zeit und muss sich auf bestimmte Bereiche konzentrieren – das habe ich gemacht.

Erfolgreiche SammlerInnen verschwenden keine Gedanken an die Meinung anderer – sie tun, was sie tun aus Freude an der Sache.  

Einer der berühmtesten Sammler der Welt, ein Deutscher, sagte mir einmal: „Sammeln ist im Grunde noch sehr demokratisch – natürlich kann man mit einem großen Budget mehr kaufen, aber es gibt immer noch viele „normale “Menschen, die großartige Sammlungen aufbauen, einfach, weil sie besser darin sind.” Man muss an sich selbst und seinen Geschmack glauben, was schwieriger ist, wenn man jung ist – Mit dem Alter wird man selbstbewusster.

Was waren Ihre wichtigsten Schritte, um sich als Sammlerin international zu etablieren? Als Geschäftsfrau, hatten Sie eine Strategie dahinter?

Es ist nicht planbar wie im Business. Man trifft die richtigen Leute, sie müssen einen mögen, man wird Teil einer Gruppe. Wie bei vielen Dingen im Leben geht es nicht um das Individuum, sondern darum, Teil eines großartigen Netzwerks zu sein – davon gibt es auch großartige in Österreich. Wir neigen dazu, auf die Dinge herabzuschauen, die uns umgeben, aber das sollten wir nicht tun. Manchmal sehe ich etwas in der „xxx-Stiftung“ (min. 7:50), nur um danach zu entdecken, dass es bereits in der Secession ausgestellt wurde. Das Problem ist, dass ich in Wien beruflich bedingt oft weniger Zeit habe, während ich mich im Ausland nur auf die Kunst konzentrieren kann.

Wien hat in der Tat ein überwältigendes Angebot.

Das ist so wahr, die Szene hier ist toll, wir haben fantastische GaleristInnen – vor allem einige etablierte Frauen – die international respektiert werden und ein gutes Gespür für Kunst haben. Man muss sich mehr Zeit nehmen, um das Angebot in Wien wahrzunehmen und nicht so weit weg wie in New York.

Man kann hier jeden Tag der Woche zu einer Eröffnung gehen. Für eine Stadt seiner Größe ist Wiens Angebot wirklich erstaunlich. Da Sie ja viel international unterwegs sind: Wie bewerten Sie, von außen betrachtet, die Entwicklung der Wiener Kunstszene?

Das Problem mit der österreichischen Kunstszene ist, dass es nicht genug KäuferInnen gibt.

Wenn Sie einem jungen Künstler oder einer jungen Künstlerin helfen wollen, müssen Sie seine/ihre Kunst kaufen – das ist das Wichtigste, nicht nur um das Überleben zu sichern, sondern auch für das Selbstwertgefühl.

Einmal sagte mir ein Künstler auf der Art Basel, dass mein Schwiegervater in Wien jedes Jahr ein oder zwei Werke von ihm gekauft habe, und er so über die Runden kommen und weiter Kunst machen konnte. Das hat mich sehr beeindruckt. Dass es in Wien nicht so viele KäuferInnen gibt, ist der größte Nachteil im Vergleich zu anderen Städten wie Zürich, London oder New York.

Warum denken Sie, dass es so ist? Warum schafft es die Kunstwelt nicht, mehr ins allgemeine Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken.

Das Problem ist die Konkurrenz. In der österreichischen Musik- und Theaterszene gibt es ein gut entwickeltes System mit großen Sponsoring-Maschinen dahinter. Die Kunstwelt sollte eine Beziehung zu politischen Entscheidungsträgern aufbauen und sie langsam dahin hinerziehen, dass nicht nur Musik förderwürdig ist, sondern auch die lokale Kunstmesse und Galerien.

Wie kann das erreicht werden?

Die lokale zeitgenössische Kunstszene muss öffentlich anerkannt werden, sie muss mehr in den Magazinen, im Fernsehen zu sehen sein, sie sollte mit großen Festivals wie Impulstanz, Wiener Festwochen oder der Wiener Staatsoper zusammenarbeiten, die bereits großartige Menschen nach Wien bringen, um an Popularität zu gewinnen, richtig „in“ zu werden und nicht nur ein kleines Fachpublikum anzusprechen. Es würde sicherlich auch helfen, wenn SammlerInnen mehr Anerkennung und Sichtbarkeit erhielten – etwa durch Features und Porträts in den Medien.

Wir versuchen auch, die Kunstszene in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, etwa indem wir zeigen, dass man nicht viel Geld benötigt, um mit dem Sammeln zu beginnen. Wie waren Ihre Anfänge? Welche KünstlerInnen fanden Sie persönlich interessant, unabhängig von Namen und Marktwert?

Ich habe ziemlich früh angefangen, Tobias Pils zu sammeln, der in Österreich nicht sehr geschätzt wurde, aber groß rauskam, als er in die USA ging. Ich mag Anouk Lamm sehr, sie hat gerade die Universität abgeschlossen. So mache ich das: Ich bin viel unterwegs, entdecke viel und versuche, viel von jungen KünstlerInnen zu kaufen, um sie zu unterstützen.

Eva Dichand mit Tomás Saraceno.

Haben Sie dabei je einen Kauf getätigt, den Sie später bereut haben?

Natürlich kommt es vor, dass ich etwas in der Sammlung entdecke und mir denke: „Oh mein Gott, wie konnte mir das je gefallen!“ – aber es spielt keine Rolle, Fehler gehören dazu. Im Zweifelsfall hilft es, Freunde mitzunehmen, die einen beraten können. Ein berühmter Kunsthändler aus der Schweiz hat einmal zu mir gesagt: „Eva, hör auf so viel zu kaufen, nimm dir Zeit, mehr anzuschauen, bilde dich besser und kaufe dann weniger, aber von hoher Qualität.“ Es kann ebenso viel Freude machen, Kunstwerke nur zu betrachten und zu lernen.

Können Sie das beschreiben, dieses Gefühl, diesen Drang, ein Kunstwerk besitzen zu müssen? Wieso hat man das?

Weil es einfach so schön ist! Wenn Sie ein Haus ohne ein einziges Kunstwerk oder Gemälde haben, ist das meiner Meinung nach etwas trist. Sobald man Kunst besitzt, spürt man diese Kraft, die sie im Gegensatz zu gewöhnlicher Dekoration ausstrahlt. Zur Hochzeit habe ich eine Fotografie von Candida Höfer bekommen, eine architektonische Arbeit, ganz ungewöhnlich für sie, die anfangs nicht so sehr unser Fall war, aber wir haben sie neben dem Fernseher aufgehängt und je mehr wir sie uns angesehen haben, desto mehr hat sie uns gefallen. Heute ist es eines meiner Lieblingswerke.

Die ewige Streitfrage: Wo genau zieht man die Grenze zwischen Dekoration – oder Design – und wahrer Kunst?

Gute Kunst macht etwas mit dir. Sie ruft starke Emotionen hervor – jedes Mal, wenn du sie ansiehst, macht sie dich glücklich, wütend, traurig, oder bringt dich zum Lachen

Dann lautet die nächste Frage: Was ist gute Kunst? In der Kunstwelt legt ein elitärer Kreis den Marktwert von Kunst und KünstlerInnen fest. Wie sehr wird man davon beeinflusst? Ist es möglich, Kunst unabhängig von diesen äußeren Bewertungen wahrzunehmen?

Es ist in unserer DNA, immer das haben zu wollen, was andere haben. Nicht von ungefähr machen einige wenige Galerien und große Museen 80 Prozent des Kunstumsatzes weltweit. Mir passiert es auch, dass mir am Anfang manchmal etwas nicht gefällt, aber je öfter ich es in Museen und Galerien sehe, desto eher will ich es irgendwann auch haben. Aber es gibt genug Menschen, die nur ihrem Geschmack folgen. Es kann ja auch ein simpler Sonnenblumen-Druck sein –wenn es jemanden glücklich macht, warum nicht?

Apropos Geschmack – denken Sie, dass man mit ihm geboren wird, bzw er von dem Umfeld abhängt, in dem man aufwächst, oder ist es etwas, das man auch trainieren und verfeinern kann? 

Man sagt ja bekanntlich “Geschmack kann man nicht kaufen.” Man kann aber sicher sein Auge trainieren.

Rudolf Leopold, der Gründer des Leopold-Museums, war sicherlich kein reicher Mann, aber während alle von Klimt besessen waren, kaufte er Schiele für ein paar Schilling, der damals als hässlich und abstoßend galt. Er sah etwas, das niemand sonst sah und baute so eine der wichtigsten Sammlungen der Welt auf. Es gibt solche Leute, die mit einer einzigartigen Gabe geboren werden. Sie sehen und fühlen Dinge stärker als andere. Natürlich glaube ich schon, dass das Aufwachsen in einer privilegierten Umgebung mit ausgesuchten Möbeln, Kunst und Reisen, diese Sensibilität schulen können.  

Das Gemälde von Amoako Boafa.

Quoten und Frauen in Top-Managementpositionen sind aktuell heißdiskutierte Themen in der Kunstwelt. Was ist Ihre Meinung dazu?

Diese Frage wurde mir bereits vor 20 Jahren gestellt, als ich alleine als junge Frau regelmäßig in einer reinen Männerrunde am Podest saß.

Früher war ich total gegen Quoten, aber jetzt habe ich bei Aufsichtsratspositionen meine Meinung geändert, weil die immer noch von alten weißen Männern dominiert werden, die glauben, dass sie so handeln können, wie sie es vor 30 Jahren getan haben.

In der operativen Arbeit finde ich jedoch immer noch, dass der oder die am besten qualifizierte den Job bekommen sollte, unabhängig von Geschlecht oder Religion. Meiner Meinung nach können Frauen im Westen heutzutage alles erreichen. Sie können die größten Unternehmen der Welt leiten, aber es erfordert viel Disziplin, und wenn Sie eine Familie und Kinder haben möchten, könnte es noch etwas schwieriger sein. Mein Mann hat immer die Babysitter organisiert, damit ich in Ruhe arbeiten konnte, und er war stolz darauf. Frauen sollten an sich glauben.

Ist es für Sie wichtig, speziell Künstlerinnen zu sammeln?

Jemand hat einmal meine Sammlung durchgesehen und lustigerweise festgestellt, dass ich sehr viele Künstlerinnen darin habe. Es stimmt wohl, obwohl ich noch nie darüber nachgedacht habe. Ich mache das nicht mit Absicht – wenn ich mir Kunst ansehe, denke ich nicht darüber nach, ob eine Frau oder ein Mann das gemacht hat. Zurzeit scheint es ja geradezu in zu sein, Kunst von „Women of Color“ zu sammeln, aber ich habe mich nie von solchen Trends beeinflussen lassen.

Gibt es Kunst, von der Sie bereuen, sie nicht früher gekauft zu haben?

Ich habe Franz West am Anfang nicht verstanden, da war ich leider etwas zu spät. Und es gibt viele andere, die ich heute in Museen sehe und bereue, dass ich sie nicht schon vor 15 Jahren gekauft habe.

Weil sie in der Zwischenzeit bekannt geworden sind?

Nein, weil sie mir damals schon gefallen haben.

Haben Sie Ratschläge für angehende SammlerInnen?

Vertrauen Sie sich selbst und kaufen Sie, was Ihnen gefällt. Wenn etwas sehr teuer ist, fragen Sie jemand anderen nach seiner Meinung. Und: Sie werden immer mehr bereuen, etwas nicht gekauft zu haben als etwas, das Sie gekauft haben.


Eva Dichand | Art Collector Interview

Austrian media manager Eva Dichand divides her time and passion between the worlds of media and art: The managing director and publisher of the free daily newspaper Heute in Austria is also deputy chairwoman of the Albertina Board of Trustees as well as a member of the International Council of the Metropolitan Museum, New York and the Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. With us she talked about her contemporary collection, the Viennese art scene, and her opinion on quota systems.  

Eva Dichand and a painting by Miriam Cahn. Courtesy: Eva Dichand.

First off, how do you manage to do it all – running a successful business and collecting art on a very high level, which is a time-intensive activity as well?

People often ask me this. It has a lot to do with self-discipline, like everything in life. You have to be very structured and organized, and of course, you need a lot of help. To me, collecting is more of a pleasure, it is something I do only for myself, I do not care what other people think about it. 

How did you start collecting?

Like many collectors, I slowly slipped into it – you go to exhibitions, you like something, you start buying a few things…

It’s a lot about the social network – the more you get into it, the more people you meet who can show you interesting art, the more educated you get and the better trained your eye gets – and suddenly you are a collector.

We always say: “You are a collector when you cannot hang or fit your artworks anymore”. I had to get some help last year to do my archives. I know many collectors who build their collections with the help of curators, but for me, it’s the most fun to do it all myself.

This sounds very time-consuming indeed. 

Once you get into the network of knowing many people in the art scene, you have great possibilities to exchange knowledge and information, and – most importantly – get early access, so that you don’t go to, let’s say, Art Basel and everything you want to buy has a red sticker. These are the things you learn over time. I also think, the more professional you get in collecting, the more time you need. There is the crowd that travels from Art Basel to Madrid and then there is Frieze… That’s the part that I don’t like, I think it has to stay a pleasure and a passion. Like everything in life where you achieve excellence, it has a lot to do with passion. 

The collection of Eva Dichand (left to right):
Donna Huanca, Rudolf Polanzsky, Secundino Hernandez, Miriam Cahn.

How do you manage not to be affected by that fear of missing out? Can you share a piece of mental health advice for collectors? 

When I was younger, I used to work much more and then you come to a point where you have to make a decision – if you want to get more into collecting, you need more time and you need to focus on certain areas. That’s what I did.

People who are great at collecting don’t think much about the opinion of other people – they do it out of the pleasure they get from it.

One of the world’s most famous collector, a German, told me once: ”Collecting is still very democratic – of course, you can buy more if you are rich, but there are still many ‘normal’ people that build great collections by just being better at it.” You have to believe in yourself and your taste, which is harder when you are young – you get more confident when you are older – that’s the case with everything in life. 

What were your most important moves to become internationally relevant as a collector? As a businesswoman, did you have a strategy behind it?

It’s not plannable like in business. You meet the right people, they have to like you, you become part of a group. Like with many things in life, it’s not about you as an individual, but being part of a great network – there are also great ones in Austria. We tend to look down on the things that are around us, but we should not. The problem is that I have less time when I’m in Vienna because of work, whereas, when I’m abroad, I get to focus only on art. 

Vienna indeed has an overwhelming offer.

That is so true, there is an amazing scene, we have fantastic gallery owners – especially some established women – that are internationally respected and have a good feeling for art. You have to take your time to look and discover what’s going on in Vienna, and not as far away as in New York. 

You can go to an opening in the city every single day of the week. Vienna is amazingly busy for a city of its size. Being very much involved internationally, how do you see the Viennese art scene developing from the outside?

The problem with the Austrian art scene is that there are not enough buyers.

If you want to help a young artist, you have to buy their art – that’s the most important thing for them, not only to survive but also for their self-esteem.

Once, at Art Basel, an artist approached me and told me that in Vienna, my father-in-law used to purchase one or two paintings from him every year, which had allowed him to survive and continue with his art. The fact that there are not so many buyers in Vienna is the biggest downside compared to other cities, like Zürich, London, or New York. 

Why do you think that is? What stops people here from engaging more with the art world?

The problem is the competition. The Austrian music and theatre scene has a well-developed system with big sponsoring machines in place. One should build a relationship with people in power and educate them slowly to not only sponsor music, but also the local art fair and galleries. 

How could this be achieved?

The local contemporary art scene has to more publicly recognized, it has to be more in the magazines, on TV, it should collaborate with big festivals like Impulstanz, or Wiener Festwochen, or the Vienna State Opera, which already pull amazing crowds to Vienna, to gain popularity, to become “in”, and not only cater to a little specialist crowd. If collectors got more recognition and visibility for their passions – if more magazines would portrait collectors – this would also help. 

We are trying to show that you do not need to have a lot of money to start collecting. How did you approach it in the beginning? Who are the artists you find personally interesting, independent of fame and glory? 

I started quite early to collect Tobias Pils, who was never recognized in Austria, but got quite popular when he went to the States. I like Anouk Lamm a lot, she just finished University and was part of the Strabag Award 2020 – which is a very nice initiative by the way. This is what I do: I go around a lot, discover a lot, and also try to buy a lot from young artists to support them. 

Did it ever happen that you made a purchase you later regretted?

Of course, it happens that I look back and say “oh my god, how could I buy this, I’m so embarrassed” – but it doesn’t matter, everybody makes mistakes. It helps to go with friends who can advise you. Once, a famous art dealer from Switzerland told me: “Eva, stop buying so much, look more, get more educated, and then buy less, but of high quality.” You can also get a lot of pleasure from just looking and learning about artworks. 

Eva Dichand with Tomás Saraceno.

What is it about owning an artwork? Why do feel that you have to have it?

Because it’s just so nice! If you have a house with not a single artwork or painting that’s just a bit sad. Once you own art, you can feel the power that it possesses in contrast to just normal decoration. I got a photograph by Candida Höfer as a wedding gift, an architectural work, quite unusual for her, but we put it next to the TV and actually the more we looked at it, the more we started to like it. Today it is one of my favorite artworks. 

So where does one draw the line between decoration or design and art?

Everything that makes you feel something – it makes you happy, angry, sad, it makes you laugh, or think about something every time you look at it. Good art does something with you. 

The question is, what is good art? In the art world, a very elitist circle chooses to put a value on certain art or artists – how much are you influenced by this? is it possible to act independently from these ratings?

We humans always want to have what others do, that’s just in our DNA. And that’s why a few galleries and major museums accumulate 80 percent of the business of the art world. It’s a funny phenomenon that sometimes, in the beginning, I don’t like something, but the more often I see it in museums and galleries, I suddenly want to have it too. But there are still many people who follow their taste. It can be a simple print of sunflowers – if it makes you happy, why not? 

Speaking about taste – do you think this is something that you are born with and depends on the circumstances and background you grow up with – or is it something you can develop and build later on, no matter the background. 

You know what they say: “Money cannot buy taste.” But you can certainly train your eye.

Rudolf Leopold, the founder of the Leopold Museum was certainly no rich man, and while everybody was obsessing about Klimt, he bought Schiele, who back then was considered ugly and disgraceful, for a few shillings. He was just obsessed with it; he saw something that nobody else saw and built one of the most important collections of the world. There are for sure people like that, who are born with a gift not everybody has, they see and feel things stronger than others. Still, I’m convinced that growing up in sophisticated surroundings with selected furniture, art, and lots of travel might make it easier to develop this sensibility. 

Painting by Amoako Boafa.

A topic that seems to be hot –also – in the art world is the question of quotas for women in top management positions. What is your opinion on that?

I got asked this question already 20 years ago when I used to be the young woman on the podium among all men.

I used to be against quotas, but now, concerning board positions, I have changed my mind because they are still dominated by old white men who think they can act the way they did 30 years ago.

In operational work, however, I still think the best one should get the job, independent of gender or religion. In my opinion, in the West, women nowadays can achieve anything. They can run the world’s biggest companies, but it needs a lot of discipline, and if you want to have a family and children, it might be a bit more difficult. My husband was always organizing the babysitters so that I could work, and he was proud of that. Women should believe in themselves. 

Do you make a point of collecting female artists?

Somebody once went through my collection and noted that it was funny that I had so many female artists. I have never thought about it, but it’s true. I don’t do it on purpose – I don’t look at an artwork and think about whether it’s a woman or a man. Even though right now, it seems to collect art by women of color, for example. But I was never prone to trends. 

What art do you regret not having purchased earlier?

I didn’t understand Franz West in the beginning, so here I was a bit too late. And there are many others that I see in museums nowadays and think “oh no, why didn’t I buy them 15 years ago”. 

Because they got socially recognized?

No, because I already liked them back then. 

Do you have advice for aspiring collectors?

Trust yourself and buy what you like. If something is very expensive, ask someone else for their opinion. And: you will always regret more what you didn’t buy than what you did. 

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